2016 - Kulturkreis

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RÜCKBLICK

Rückblick 2016

24. Januar 2016

RANSTADT (mü). Es war mehr als ein Gitarrenkonzert: In der Ranstädter Sankt-Anna-Kirche verzauberte die international renommierte Solistin Heike Matthiesen auf Einladung des Kulturkreises Großgemeinde Ranstadt ihr Publikum nicht nur mit ihrem spanisches Programm „Alhambra“, sondern auch mit Impressionen zur Zeitgeschichte und zur Entstehung der vorgetragenen Werke sowie zur Entwicklung des klassischen Gitarrenspiels durch die Jahrhunderte. Die wechselseitigen Bezüge zwischen Klavier- und Gitarrenmusik wurden ebenso fassbar wie die reiche musikalische Geschichte einzelner spanische Städte, allen voran Sevilla, und die Gitarrenbautradition deutscher Meister. Kurz, für alle, die zuvor noch nie oder selten an einem klassischen Gitarrenkonzert teilgenommen hatten, war dies eine gleichermaßen kompakte wie facettenreiche Einführung, die in den virtuosen, mit großer Spielfreude, Sensibilität vorgetragenen Stücken gipfelte. Zu Gehör kamen Werke von Fernando Sor (Variationen über ein Mozart-Thema, Opus 9) und Enrique Granados (Danza Espanola - Spanischer Tanz), die kurze, aber brillante Miniatur "L'Alhambra" von Maria Dolores de Goni sowie das berühmte, pulsierende, drängende "Asturias" von Isaac Albeniz, von dem außerdem "Sevilla", "Torre Bermeja - Blutroter Turm" (in der Alhambra) und "Granada" erklangen. Nicht zuletzt huldigte Matthiesen Francisco Tarrega, dem "Mozart" der klassischen Gitarristen, unter anderem mit "Gran Jota", einem Rundtanz, der die Künste der Zirkusakrobaten gleichsam auf die Gitarre überträgt und den Vortragenden eine ganz ähnliche Kunstfertigkeit abverlangt. Scheinbar mühlos gelangen der Künstlerin Flageolett und perkussive Elemente, rasante, perlende Läufe, die faszinierende Dreistimmigkeit, mit zwei Händen auf einem einzigen Instrument erzeugt, sodass man häufig glaubte, mehrere Instrumente zu hören. Erkennbar glückte auch, was Heike Matthiesen zuvor als Anliegen ihrer Solokonzerte beschrieben hatte: ihr Publikum auf eine "Insel mitten im lauten Alltag" zu locken, Entspannung zu verschaffen, Traumwelten zu erwecken. Das letzte Tarrega-Stück wurde von den Glocken von St. Anna untermalt, die, "glücklicherweise in E gestimmt", wie die Künstlerin anmerkte, den Vortrag noch einmal überhöhten. Als Zugabe bot Matthiesen "Jeux Interdit" von Narciso Yepes, die Titelmelodie des gleichnamigen Films von 1952.
Ein bekanntes und beliebtes Stück, das jeden Gitarristen an die Anfangszeiten seines Spiels erinnere, so die Künstlerin. "Der Impuls: Dieses Lied will ich unbedingt beherrschen und anderen damit eine Freude machen können - er ist es, der einem ergreift und dann, wie in meinem Fall, nicht mehr loslässt und jeden Tag aufs Neue beglückt", erläuterte Heike Matthiesen die sich beim Kulturkreis Großgemeinde Ranstadt für die Einladung und bei der katholischen Kirchengemeinde Ranstadt für die Gelegenheit bedankte, in einem architektonisch außergewöhnlichen Gotteshaus mit herausragender Akustik zu musizieren.
Quelle: Inge Müller, Kreis-Anzeiger für Wetterau und Vogelsberg, 1.2.2016


Besuch des Städel Museums am 07.01.2016

Tagesfahrt nach Bingen & Rüdesheim Eibingen am 04.06.2016
"Auf den Spuren von Hildegard von Bingen "

Burg und Stadtführung Friedberg
am 09.Juli 2016

Kulturkreis Großgemeinde Ranstadt erkundete Friedbergs Sehenswürdigkeiten in Burg und Stadt


Passend zur 800 Jahrfeier veranstaltete der Kulturkries Großgemeinde Ranstadt eine Führung durch Stadt und Burg Friedberg. Am Abend zuvor hielt der Journalist Dr. Hans-D. Czaplinski in Ranstadt einen Einführungsvortrag zum Thema"800 Jahre Burg und Stadt Friedberg --ein gespanntes Verhältnis". Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht.

Czaplinski beschrieb die wichtigsten Ereignisse in der Stadtentwicklung seit der (Neu-)Gründung von Burg und Stadt (um 1170) bis zum Ende des  Ersten Kaiserreis 1802/03. Die offiziellen Gründungsdaten 1216 (Burg) und 1219 (Stadt) seien nur die Daten der jeweilige Ersterwähnung. Außerdem verwies  er darauf, dass sowohl Stadt als auch Burg bereits vor der Neugründung mehrmals besiedelt waren, etwa von Römern oder Kelten. Die frühesten Bewohner waren  Angehörige  der sog. Rössener Kultur, die seit etwa 4.000 v. Chr. in der Wetterau archäologisch nachgewiesen werden können. Die Gründe für die Ansiedlungen waren immer wieder dieselben: die fruchtbaren Böden in der Wetterau sowie die Tatsache, dass mit dem Friedberger Burgberg ein Siedlungsplatz zur Verfügung stand, der  nur schwer zu erobern war. Später kam hinzu, dass genau an Friedberg vorbei ein sog. Heer- und Handelsweg führte, den z.B. die Römer schon vor der Zeitenwende kannten und nutzten oder, rd. 1.500 Jahre später, Martin Luther auf seiner Reise nach Worms.

Als die Römer sich, 259/60 n.Chr., aus Germanien zurückzogen, verwaiste nicht nur der Wetterau-Limes, sondern auch das Friedberger Kastell mitsamt Lagerdorf für die nächsten 900 Jahre. Erst der Staufer-Kaiser Friedrich I. "Barbarossa" ließ, um 1170, die Friedberger Burg einrichten: vor allem wohl zur Überwachung der südöstlichen Wetterau und natürlich auch der schon erwähnten Handelsstraße. Außerdem ließen die Staufer die Stadt Friedberg gründen, zwar als "Freie Reichsstadt", aber manche Historiker mutmaßen, auch als "Infrastruktur-Maßnahme" für die Burg. Denn die zunächst höchstens zwei Dutzend Burgmannen, größtenteils sog. Nieder-Adlige aus der Region, waren mit ihrer eigentlichen Aufgabe so beschäftigt, dass sie sich nicht  auch noch um ihren Lebensunterhalt kümmern konnten. Das sollte die Stadt erledigen. Das muss von Anfang an zu Ärger geführt haben, der sich 1273, zum Ende des sog. Interregnums, also der kaiserlosen Zeit, gewalttätig entlud. Die Stadt zerstörte die Burg, musste dafür aber wenig später teuer bezahlen. Denn als mit Rudolf von Habsburg wieder ein deutscher König installiert war, musste die Stadt nicht nur für den Wiederaufbau der Burg sorgen, Rudolf entzog ihr auch eine Reihe von Steuern und Abgaben, die nun direkt an die Burg flossen. Den Höhe- oder auch Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen Burg und Stadt bildete ein Erlass König Albrechts I. vom Jahr 1306, mit dem die Burg das Recht erhielt, im Rat der Stadt mit einer Sperr-minorität von sechs Burgmannen dem "Adligen Sechser", vertreten zu sein. Im 15.Jahrhundert gelang es der Burg sogar, Anteile an der vom Kaiser verpfändeten Stadt Friedberg zu erwerben, und zwar genau 50 Prozent. So konnte die Burg bis zum Ende des sog. Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation die Stadtherrschaft über ganz Friedberg ausüben. Dr. Zuch führte die Gruppe am Samstag zuerst an den Adolfsturm, Römerbad, Judenbad und zur Stadtkirche.

Adolfstum:
Der Adolfsturm ist nach Graf Adolf von Nassau benannt, den die Friedberger Burgmannen im Verlaufe einer Fehde 1347 gefangen setzten. Für seine Freilassung erhielten sie ein Lösegeld, von dem sie dann bald nach 1347 einen neuen Turm im Norden der Burg errichteten. Der charakteristische Umriss hat den Turm zu einem Wahrzeichen nicht nur von Burg und Stadt Friedberg, sondern der gesamten Wetterau werden lassen

Das Römerbad:
Die römische Badeanlage in der Friedberger Burg, die zu den am besten erhaltenen römischen Ruinen in Hessen zählt,  Die Reste der Badeanlage, die überwiegend aus Basaltbruchsteinen errichtet wurde, waren mehrere Jahrhunderte lang verschüttet. Im Zuge der Bauarbeiten für das Burggymnasium wurde das Römerbad erst 1963 wieder entdeckt und in das Schulgebäude integriert.  Die verhältnismäßig gut konservierten Überreste des Römerbads, das Teil der Unesco-Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reichs“ ist, befinden sich in einem Keller des Burggymnasiums.

Judenbad:
Religiöse Kultbäder sind schon in der Bibel vorgeschrieben. Sie dienen dazu, den Zustand der religiösen Reinheit, der durch eine Verunreinigung beeinträchtigt war, wieder herzustellen. Um die Körperpflege geht es eigentlich nur im vermittelten Sinne, indem diesem kultischen Bad eine überaus gründliche und genaue Säuberung vorangegangen sein muss. Das rituelle Tauchbad  (Mikwe oder Mikwa) dient vornehmlich den Frauen, die es vor der Hochzeit und im Anschluss an eine Menstruationsperiode benutzen müssen. Auch nach der Geburt eines Kindes muss die Mutter in die Mikwe gehen. Viele Männer besuchen vor hohen Feiertagen und am Freitagnachmittag vor dem Schabbat die Mikwe, die Gesetze der Reinheit und Unreinheit betreffen Männer wie Frauen gleichermaßen.
Die Mikwe benutzt man auch bei Übertritten zum Judentum. Eine Mikwe muss entweder aus fließendem Wasser oder Quellwasser, in Friedberg wurde sie von einer Quelle gespeist. Die Mikwen, vorstellbar als eine Art kleines "Minibad", unterliegen im Bau und in der Nutzung bestimmten Regeln. So muss vor allem das Wasser, das später zur rituellen Reinigung dienen soll, besondere Anforderungen erfüllen. Es muss "lebendiges", fließendes Wasser sein.

Die Stadtkirche:
Das höchste und größte öffentliche Gebäude der Stadt ist die heutige evangelische Stadtkirche  Mit ihrer imposanten Turm- und Dachlandschaft gilt sie als eine der bedeutendsten mittelalterlichen Hallenkirchen.
150 Jahre baute man an der Stadtkirche "Unserer Lieben Frau", bis sie an einem Sonntag nach Pfingsten im Jahre 1306 der fertige Chor im Osten eingeweiht wurde. Ein bedeutendes Ereignis, an dem auch der deutsche König Albrecht und Herzöge von Sachsen und Österreich anwesend waren. Dass in der heutigen Kreisstadt solch ein imposantes Gotteshaus gebaut wurde, kam daher, dass Friedberg im Mittelalter ein Zentrum der Stoffherstellung und ein wichtiger Handelsort war. Entstanden ist das Gotteshaus auf den Fundamenten einer romanischen Basilika. Noch heute erkennt man in dem im gotischen Stil erbauten Gotteshaus, dass der Mittelteil des Lettners einen Rundbogen besitzt. Er gehörte zur romanischen Kirche, die an der gleichen Stelle stand und nach und nach abgerissen wurde, um für das größte Gebäude der Stadt Platz zu schaffen. Die Glasmalereien in der Friedberger Stadtkirche stammen im Wesentlichen aus drei Epochen: der Gotik, dem Historismus und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die drei zentralen Glasfenster der Stadtkirche stammen noch aus dem Mittelalter, wurden allerdings im Rahmen der Restaurierungsarbeiten um 1900 überarbeitet. Im Rahmen seiner Führung ging der Marburger Historiker Dr. Zuch besonders auf die Entstehung und Geschichte der Friedberger Stadtkirche ein, die zu erheblichen Teilen aus sog.  Bellmuther Sandstein errichtet wurde. Der Steinbruch befand sich in früheren Jahrhunderten zwischen den Orten Bellmuth und Bobenhausen, die heute beide zur Gemeinde Ranstadt  gehören.  

2 Tagesfahrt Seefestspiele Bregenz am 05-06 August

RANSTADT (mü). Als Festspielstadt ist es sicher nicht ganz ungefährlich, wie im Fall von Bregenz den "Regen" schon im Namen zu führen. Doch der Wettergott erwies sich als gnädig, die Besetzung der letzten Puccini-Oper "Turandot" als hochprofessionell, das Bühnenspektakel als absolut wasserfest - und so genossen knapp vierzig Mitglieder und Gäste des Kulturkreises Großgemeinde Ranstadt einen wundervollen Abend im Angesicht der legendären Seebühne. Diese wurde von Marco Arturo Marelli auf gigantischen 72 Metern als Vexierbild zwischen einem Drachen, der chinesischen Mauer und einer Bodenseewelle angelegt - durchkreuzt von einer Armee aus über 250 Terrakotta-Kriegern, die vom Nachthimmel in die Fluten hinabzusteigen scheinen. Bei einer Führung hinter die Kulissen hatte die Kulturkreis-Gruppe bereits am Mittag Gelegenheit, den gewaltigen Bühnenaufbau sowie die Zuschauer-Arena mit rund 7.000 Sitzplätzen und den Konzertsaal zu besichtigen. Technisch perfekt synchronisiert ging hier am Abend das Zusammenspiel zwischen den Wiener Symphonikern unter Paolo Carignani, dem Prager Philharmonischen Chor und dem Bregenzer Festspielchor, die allesamt im Konzerthaus agierten, sowie den Darstellern auf der Drehbühne vonstatten.
Am folgenden Tag setzte man bei strahlendem Sonnenschein in einer zweieinhalbstündigen Schifffahrt zur Blumeninsel Mainau über. Das im Mittelalter von den Deutschordensrittern bewohnte 45 Hektar große Eiland wurde durch den schwedischen Grafen Lennart Bernadotte und seine Nachkommen in ein vielerorts tropisch anmutendes Blüten- und Baumparadies mit Schloss, Schmetterlingshaus, zahlreichen Pavillons und Restaurants verwandelt. Mainau wird pro Jahr von über einer Million Touristen besucht. Trotz allem Andrang fanden die Reisenden auch hier stille Plätzchen, um nach einer informativen Führung in Ruhe eine Tasse Kaffee zu genießen und die sommerliche Blumenpracht auf sich wirken zu lassen. Voll des Lobes für die Organisation der Zwei-Tages-Fahrt trat man schließlich die Heimreise an.

Tagesfahrt zum UNESCO - Weltkulturerbe Maulbronn
am 17. September 2016

Zisterzienserkloster Maulbronn - Schlossgarten "Blühendes Barock" Ludwigsburg.
Kloster:
Das europäische Mönchtum wurzelt in der von Benedikt von Nursia begründeten gleichnamigen Regel aus dem 6. Jahrhundert.
Doch standen der asketischen Lebensweise, versinnbildlicht im "ora et labora" /Bete und arbeite), zunehmend Verweltlichung und das Streben nach politischer Einflussnahme und wirtschaftliche Stärke entgegen.
Bedingt durch die enger werdenden Verflechtungen von weltlicher und geistiger Sphäre, sah sich der Benediktinermönch Robert von Molesme schließlich 1098 zu einer neuerlichen Reformbewegung veranlasst, zu deren Zweck er im Tal der Saône, unweit der Herzogsstadt Dijon das Kloster Cîteaux (sprich "Zito") gründete.
Dieses Kloster wurde das Mutterkloster eines neuen Ordens: dem der Zisterzienser
Die Erstgründung des Klosters war 1138 in Eckenweiher (Kamp /Rhein) durch Mönche aus Neuburg im Elsass.
Im Jahr 1147/48 dann die Verlegung des Klosters nach Maulbronn, ins Tal der Salzach.
Das zu dieser Zeit gegründete Zisterzienserkloster ist die besterhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen.  Bis heute vermittelt die Geschlossenheit der Anlage ein fast unverfälschtes Bild eines mittelalterlichen Klosters.
Die 35 Teilnehmer des Kulturkreises Großgemeinde Ranstadt erlebten einen eindrucksvollen Ausflug zum Zisterzienserkloster Maulbronn.
Die, mit einer dazugehörigen Vesper  fast 3-stündige, hervorragend geleitete Führung durch die gesamte Klosteranlage vermittelte einen eindrucksvollen Einblick in die Organisation des Klosters und das frühere Klosterleben.
Es ist eine ganze Reihe von Aspekten, welche das Kloster Maulbronn einzigartig machen. Die nahezu ungestörte topografische Situation mit der umgebenden, von den Zisterziensern über Jahrhunderte geprägte Kulturlandschaft verleiht dem Kloster Modellcharakter.
Das vollständig erhaltene Gebäudeensemble um die Klausur mit Ökonomie-und Verwaltungsgebäuden sowie die Kulturlandschaft mit künstlich angelegtem Bewässerungssystem und weitverstreuten Grangien, den landwirtschaftlichen Hofanlagen zur Bewirtschaftung von Weinbergen, Obstwiesen und Äckern, ermöglichen auch ein tieferes Verständnis der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Aus kunst-und architekturhistorischer Perspektive läuten Paradies- die Vorhalle zur Kirche, südlicher Kreuzgangflügel und Herrenrefektorium mit kraftvoll-himmelstrebender Formsprache den Siegeszug der Gotik in Deutschland ein.
Die bauzeitlichen Haupt-und Nebenportale der 1178 geweihten Klosterkirche, einem herausragenden Beispiel spätromanischen Kirchenbaus nach den Prinzipien zisterziensischen Reformdenkens, sind gar die ältesten datierbaren Türen Deutschlands. Aus Tannenholz gearbeitet und mit schmiedeeisernen Zierbeschlägen und bemalter Pergamentbespannung (Schweinehaut) kunstvoll geschmückt, stehen in ihrer künstlerischen Vollkommenheit der inneren Ausgestaltung der Kirche mit der berühmten Maulbronner Madonna, dem steinernen Kruzifix wie auch dem meisterhaften Chorgestühl aus der Mitte des 15. Jahrhunderts in nichts nach.
1148 Päpstliches Schutzprivileg, in der Folge umfangreicher Landerwerb durch adlige Schenkungen.
1156 Schutzprivileg und Besitzbestätigung durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa.
Mitte 15.Jh. Blütezeit des Klosters Maulbronn, es leben bis zu 130 Mönche und Konversen im Kloster.
1504 Herzog Ulrich von Württemberg erobert Maulbronn, welches dadurch seinen reichsunmittelbaren Status verliert.
1534 - 36 Einführung der Reformation in Württemberg und Flucht des Konvents in das unterstellte Kloster Pairis im Elsass.
1556 Endgültige Auflösung des Konvents infolge der Reformation und Einrichtung einer evangelischen Klosterschule.
1558 Valentin Vannius wird der erste evangelische Abt.
Seit dem fünften Jahrhundert wohnen und lernen hier die Schüler des evangelischen Seminars.
Literaturnachweis: Textauszüge aus der Broschüre des  Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart.
Beindruckt vom Kloster und gesättigt von der Vesper mit einem Glas Wein dazu brach die Gruppe auf nach Ludwigsburg.
Der anschließende Spaziergang durch den Barockgarten in Ludwigsburg, zu dem der Vorstand des Kulturkreises einlud, rundete den Tag ab.
Um 18: Uhr wurde dann die Heimfahrt angetreten.
Tja, und wenn Engel reisen……es fing erst an zu regnen als wir alle im Bus zur Heimfahrt saßen.



Wanderung mit Wolfgang Eckhardt am 08.10.2016
mit Besuch des Mühlenmuseums in Dauernheim

Faszination Mühle
Der Kulturkreis Großgemeinde Ranstadt wanderte unter der Führung von Wolfgang Eckhardt und besuchte die Weidmühle in Eschenrod. Bevor sich die  25 Teilnehmer zur Wanderung nach Eschenrod auf den Weg machten, besuchten sie die weithin bekannte Mühlenmodell-Ausstellung des Kulturvereins Dauernheim.
Bei einer interessanten und kenntnisreichen Führung durch die Ausstellung gaben Frau Ute Büser, der Mitbegründer der Mühlenmodellbaugruppe Robert Adam, der Vorsitzende des Kulturvereins Dauernheim, Siegfried Urban, sowie der Nachwuchsmodellbauer Robin Rullmann den Besuchern einen facettenreichen Einblick in die unterschiedlichen Bauarten von Mühlen.
Ein Kataster von 557 Mühlenstandorten im Einzugsgebiet von Nidda und Nidder und ihrer Zuläufe hat die „Vereinigung für Heimatforschung in Vogelsberg, Wetterau und Kinzigtal“ erstellt. In der Ausstellung selbst ist eine große Landkarte der Wetterau zu sehen, die die Standorte von hunderten Mühlen entlang von Flüssen, Bächen und windreichen Höhen angibt. Wer die Mühlen-Ausstellung in der unscheinbaren Scheune in Dauernheim gefunden hat wird reichlich belohnt. Die 45 aufgebauten Mühlenmodelle - weitere sind im Bau - sind überwiegend in Funktion zu sehen. Ein Knopfdruck genügt, und das Mühlrad dreht sich unter sprudelndem Wasser oder aber der Antrieb wird durch Pferdestärken beziehungsweise durch Wind erzeugt. Die offene Bauweise erlaubt einen Blick hinter die Kulissen wo gemahlen, gehämmert oder geschliffen wird. Zudem wurde deutlich, mit wie viel Idealismus die Verantwortlichen das Wissen um diese Kulturtechnik bewahren.
Mühlen sind heutzutage als Produktionsstätten nicht mehr präsent. In mehreren Gesetzes-initiativen zwischen 1955 und 1972 wurden sie nahezu vollständig stillgelegt und der Beruf des Windmühlenbauers aus der Handwerksrolle gestrichen. Diese Mühlen passten nicht mehr in die moderne Industrielandschaft. Sind Mühlen somit ein historisches Relikt der Menschheitsgeschichte? Mitnichten! So zeigt zum Beispiel eines der Modelle eine Wassermühle, die einen Strom-Generator antreibt.
Nach dieser gut zweistündigen Führung ging es zurück nach Ranstadt, um sich mit einem schmackhaften Mahl im „Bürgerschmaus“ für die anstehende Wanderung zu rüsten. Wolfgang Eckhardt führte dann die Gruppe vom Parkplatz über Eschenrod zur Weidmühle. Der Weg war gespickt mit heiteren Anekdoten aber auch mit präzisen Erläuterungen zu  geographischen und geologischen Besonderheiten des Vogelsberges. Angekommen bei der erstmals im 16. Jh. erwähnten Weidmühle, wurde die Gruppe vom jetzigen Eigentümer der Mühle in Empfang genommen. Er führte den interessierten Teilnehmerkreis durch die, auf vier Stockwerke verteilte, Einrichtung, die noch bis 1994 als Getreidemühle betrieben wurde. Anschaulich wurde der Weg des Getreides vom Reinigungsprozess bis zur Absackung des Mehls erklärt.
Bevor es auf den Heimweg ging, gab es auf dem Mischboden in der Mühlenstube noch Kaffee und selbstgebackenen Kuchen, garniert mit allerlei Geschichten und Gedichten in oberhessischer Mundart, vorgetragen von Wolfgang Eckhardt.


18. November 2016

Erfahrungsbericht der Ärzte ohne Grenzen

Zahlreiche Mitglieder und Gäste sowie Herr Dr. Marius Müller , Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, wurden vom 1.Vorsitzenden Willy Schlenkrich im Gemeindesaal der kath. Kirche St. Anna begrüßt.
Dr. Marius Müller referierte auch mit Bildern/Beamer über seinen Einsatz in verschieden Ländern Nordafrikas mit dem Thema: „Was wir sind und was wir machen“.
Dr. Müller war von 2003-2010 in Nordafrika im aktiven Einsatz, er hat sich von der Auslandsarbeit zurückgezogen, da er Familie hat, ist seit 2010 wieder in Frankfurt in einer Tuberkuloseklinik tätig.  
1971 wurde angesichts großer Nöte in Afrika und anderswo von Frankreich aus die Organisation Médecins Sans Frontières (MSF) gegründet.
Seit 1971 versuchen Ärzte ohne Grenzen  Menschen in Notsituationen beizustehen,
Die deutsche Sektion von Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen wurde 1993 als gemeinnütziger Verein gegründet. Die Welt, und mit ihr  die Organisation Ärzte ohne Grenzen, hat sich in dieser Zeit sehr verändert. Geblieben ist das immense Leid sehr vieler Menschen:  ob im Kongo, im Südsudan, anderen afrikanischen Ländern, in Haiti, Afghanistan oder Syrien. Aber auch auf dem Mittelmeer: auf dem Weg nach Europa.
Ärzte ohne Grenzen leisten medizinische Hilfe in Ländern, in denen das Überleben von Menschen durch Konflikte, Epidemien oder natürlichen Katastrophen gefährdet ist. Auch ohne nach Herkunft, Religion oder politischer Überzeugung der betroffenen Menschen zu fragen. Je nach Bedarf leisten sie Basismedizin oder chirurgische Nothilfe, bekämpfen Epidemien, führen Impfkampagnen durch, betreiben Ernährungszentren, konzentrieren sich auf die Mutter-Kind-Versorgung, bieten psychologische Hilfe an oder bilden lokale Mitarbeiter fort. Zudem behandeln sie Infektionskrankheiten wie HIV/Aids, Tuberkulose oder  Kala-Azar, die in Afrika zu den häufigsten Krankheiten zählen. Kala-Azar wird durch einen Parasiten verursacht, den die Schmetterlingsmücke überträgt , Symptome von  Kala-Azar sind Fieber, Gewichtsverlust, Vergrößerung der Leber und der Milz, Blutarmut und ein geschwächtes Immunsystem. Unbehandelt endet Kala-Azar fast immer tödlich.
Über die Zukunft der Ärzte o. Gr. sagte Dr. Müller, dass die Möglichkeiten zum Agieren immer mehr eingeschränkter werden, da sie überwiegend auf Spenden angewiesen sind, und die Kosten immer umfangreicher werden.
Willy Schlenkrich bedankte sich bei Dr. Marius Müller für den informativen Vortrag und dankte  allen die gekommen waren.
Den Spendeneingang von EUR 248.00 verdoppele der Kulturkreis, so dass eine  aufgerundete Summe von EUR 500.00 an die Organisation Ärzte ohne Grenzen überwiesen werden konnte.
Der Kulturkreis Großgemeinde Ranstadt bedankt sich auf diesem Weg bei allen anonymen Spendern.

10. Dezember 2016

"Mein Leben unter einem guten Stern"
Ein Advents- und Weihnachtsprogramm von und mit
Inge Müller und Ralf Schneider.
Notizen nach Noten - das sind Lesekonzerte, die zum Nachdenken, Träumen und Nachfragen anregen. Lieder zur Gitarre von Ralf Schneider, Texte von Inge Müller.
Die Propheten und Weisen haben ihn jahrtausendelang verheißen:  Den Erlöser der Welt.
Wir haben daraufhin einen König erwartet, einen Messias, einen, dessen Macht und Herrlichkeit uns in die Knie zwingt und zur Anbetung nötigt.
Gekommen ist ein kleines Kind  mit offenen Armen, das uns und unsere Welt auf ganz andere Weise erlöst, als wir ahnen konnten.
Die Lieder und Texte dieses Nachmittags führen uns in einem großen Bogen vom Advent über Weihnachten bis ins Neue Jahr, lassen uns ein altes Fest mit neuen Augen sehen - und unser Leben unter einem guten Stern.


 
 
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